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  Union-Gala von Zazou: Hofer-Hengst das Ass für Horn! - vom 15.06.2010, 11:00
GaloppOnline.de: Union-Gala von Zazou: Hofer-Hengst das Ass für Horn!

Wer das 175. Oppenheim-Union-Rennen (Gruppe II, 100.000 Euro, 2200 m), die wichtigste Vorprüfung für das Deutsche Derby nicht gesehen hat, der verpasste eine der bisherigen Top-Vorstellungen dieses Rennjahres! Denn den dreijährigen Shamardal-Sohn Zazou (Foto) in diesem Event im Weidenpescher Park zu erleben, war mehr als nur eine Augenweide.

Terry Hellier versteckte den 31:10-Co-Favoriten, der in den französischen Poule so unglücklich agiert hatte und dann das Französische Derby ausgelassen hatte, an vorletzter Stelle in einem erwartungsgemäß zunächst sehr langsam angegangenen Rennen.

Die meisten Reiter saßen auf der Bremse, nicht unbedingt ideal für Zazou, aber auch für ein Speedpferd wie den Ittlinger Scalo, der unter Eduardo Pedroza nach seinen beiden Gruppesiegen in Frankfurt und München 18:10-Favorit geworden war.

Wheredreamsare ging notgedrungen nach vorne, gemeinsam mit Next Hight, der Mitte der Gegenseite die Initiative ergriff. Auch Nordfalke war gemeinsam mit Scalo dichtauf, Zazou vor Lindentree sah man am Schluss des Feldes.

Ganz dicht schob sich im Schlussnbogen alles zusammen. Es gab eine Sprintankunft. Während Next Hight und Wheredreamsare abbauten und auch Nordfalke nicht weiterzog, übernahm Lindentree (Yann Lerner) auf einen Rush die Spitze und verschaffte sich einen deutlichen Vorteil. Scalo saß innen rettungslos fest. Auch Zazou hatte erst keinen Platz und musste erst nach außen auf freie Bahn beordert werden.

In bestechender Haltung packte der Hengst des Trierer Sportvermarkters Werner Heinz plötzlich an, und dann gab es eine Gala. Wie auf Rollschuhen näherte und passierte er den sich tapfer wehrenden Lindentree. Weit zurück wurde der Außenseiter Baschar noch Dritter, während Next Hight als Vierter gut abschnitt und noch vor dem sehr unglücklichen Scalo einkam, der alles gegen sich hatte. Nordfalke und Wheredreamsare spannten völlig aus (Video ansehen).

Nach dem vierten Sieg beim erst achten Start in diesem 100.000er dürfte Zazou mit ziemlicher Sicherheit Favorit im Blauen Band werden, dafür war die Leistung einfach überragend.

"Das ist ein ganz tolles Pferd. Er schaltet unterwegs ab, hat den Kopf eines Rennpferdes", erklärte Zazous Trainer Mario Hofer. "Terry hat alles wunderbar gemacht, auch wenn der Rennverlauf auf der Geraden nicht glatt war, nur ein Ass wie Zazou kommt da noch hin. Bei normalem Rennverlauf gewinnt er mit zehn Längen."

Andreas Wöhler haderte mit dem Verlauf für Scalo. "Da braucht man nicht viel zu sagen. Das Rennen ist komplett zu streichen."

Wegen Behinderung an Scalo wurde der ursprüngliche Vierte Next Hight hinter diesen auf Rang fünf zurückgestuft, verbunden mit einem Gewinnausgleich in Höhe von 2500 Euro.

Sehr zufrieden war Waldemar Hickst mit Lindentree. "Wir hatten ein gutes Laufen erwartet, wollen nun ins Derby. Yann Lerner hat sich bereits für den Ritt angeboten", versicherte Hickst, dessen anderer Kandidat Wheredreamsare "im Schlussbogen früher hätte herangehen müssen."

Ziemlich in die Hose ging im Rahmenprogramm das Comeback des letztjährigen Union-Zweiten Oriental Lion. Der 14:10-Favorit wirkte in einem 4000 Euro-Altersgewichtsrennen über 2200 Meter noch rückständig, kam nie in die Nähe der vorderen beiden Pferde.

Mit großem Kampfgeist wehrte Margot Herberts von Peter Schiergen trainierter Duellant, ebenfalls ein einstiges Gruppepferd (38:10) nach einem starken Finish von Filip Minarik alle Angriffe von Trivero knapp, aber sicher ab, während Oriental Lion nur Dritter wurde.

Entschädigung für die Niederlage im Dreijährigen-Rennen mit Cabimas gab es dem 17:10-Favoriten Sanagas (Filip Minarik/Peter Schiergen) im 2200 Meter-Ausgleich III, als dieser sich mit großen Reserven souverän von Nice Land und Feuersturm freimachte.

In der Wettchance des Tages über 1850 Meter sorgte der früh reiterlos gewordene Flat Eric (Tobias Brenner) für die Unruhe an der Spitze, doch mit riesigem Einsatz rettete der sträflich unterschätzte The Desert Saint (176:10, Stephen Hellyn/Jan Pubben) gegen Tamburini, den sehr unglücklich agierenden Belango und den Favoriten Barosch einen minimalen Vorsprung. 65.150:10 bezahlte die Viererwette.

Zum Abschluss behauptete sich der Erftländer Royal Hero (Sabrina Wandt/Michael Blau, 97:10) in einem 2200 Meter-Handicap. Der Tagesumsatz belief sich auf 292.859 Euro, davon kamen 123.752 Euro aus der Außenwette. (13.06.2010)

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